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Bewegungen

Dauer, Steps und Frames

Eine Sekunde im Film besteht aus 25 Bildern, im richtigen Film (Celluloid) aus 24 Bildern. In der Fachsprache nennt man diese Bilder “Frames”. Diesem Maß folgend kann man die Animationssteps (Bewegungsschritte) einer Bewegung leicht berechnen und planen. Legt eine Puppe oder ein Objekt eine gewisse Strecke zurück, so bestimmt man den Ausgangs- wie auch den Endpunkt der Bewegung. Diese Punkte sind die so genannten “Keyframes” (Schlüsselbilder). Um nun vom Ausgangs- zum Endpunkt zu gelangen, müssen Frames der jeweiligen geplanten Bewegung erstellt werden. Die Dauer der Bewegung bestimmt hierbei die Anzahl der Frames der Bewegung. Diese Frames werden auch “Inbetweens” (Zwischenbilder) genannt. Die Positionsdarstellungen dieser einzelnen Inbetweens und die Häufigkeit ihres Auftretens sind somit von der Art und der Schnelligkeit der Bewegung abhängig. In den Beispielen siehst du, wie viele Zwischenschritte nötig waren, um die Bewegung darzustellen.

Als Faustregel gilt: für eine flüssige Bewegung werden 12 Bilder (Bewegungsphasen) pro Sekunde benötigt.

Bildbeispiele:

Dauer, Steps und Frames - Beispiel

Dauer, Steps und Frames - Steps

Online Tipp:
Kika.de: Bewegungsform / Zwischenphase

Beschleunigung und Verzögerung

Um eine Bewegung echt wirken zu lassen, muss man sich nicht nur an die eben genannten Faustregeln halten. Am besten überlegt man auch, wie solch ein Bewegungsablauf sich im wirklichen Leben zeitlich verhält. Manche Dinge beginnen oder enden langsam. Sie beschleunigen oder verzögern also ihre Bewegung. Das kann man sich wie bei einem Auto vorstellen. An einer Ampel fährt es an, wird schneller und fährt eine Weile gleich schnell weiter. Dann wird die nächste Ampel wieder rot und es muss abbremsen, um sanft zum Stehen zu kommen. Ein schwingender Pendel verhält sich ähnlich - Beschleunigen und Abbremsen wechseln sich ständig ab. Andere Dinge wiederum beginnen schnell und enden abrupt wie zum Beispiel ein Ball, den man jemandem zuwirft, der ihn fängt. Oder es ist eine Kombination aus beidem, wie ein Fußball, der weit über das Spielfeld geschossen wird. Dieser startet blitzschnell und wird am Ende immer langsamer bis er liegen bleibt.

Eine gute Hilfe, um solche Abläufe im Vorfeld zu erfassen, ist eine Stoppuhr. Durchlaufe den Bewegungsablauf und stoppe die Zeit. Berechne an Hand der gemessenen Zeit die Anzahl Frames und die Positionen der Puppe oder des Objekts, das du animieren willst.

Hier siehst du das Beispiel aus dem vorherigen Kapitel “Bewegung” nun mit weniger Frames im Mittelteil. Dies beschleunigt und verzögert die Bewegung.

Beschleunigung und Verzögerung - Beispiel

Beschleunigung und Verzögerung - Steps

Online Tipp:
Mediamanual.at: Bewegungsform / Beschleunigung

Verformungen, Dynamik und Trägheit der Masse

Bewegung im Film besteht aus einzelnen Bildern (Frames). Um das Ergebnis “lebensecht” aussehen zu lassen, muss man die Einzelbilder dementsprechend verändern. Bedenke zum Beispiel, dass sich die Beine und Arme einer Figur beim Laufen unterschiedlich verhalten (gebeugtes Knie, durch gestrecktes Knie, Arm vor Figur, Arm zurück etc.). Ähnlich verhält es sich mit anderen Gegenständen. Zum Beispiel weist ein runder Ball im freien Fall eine andere Form auf als im Moment des Aufpralls. Dann ist er nämlich gestaucht also oval. So verhält es sich mit vielen alltäglichen Dingen. Wenn man einmal genau hinschaut, wird man viele solcher Verformungen und Unterschiede wahrnehmen.

Schwere Dinge zum Beispiel kommen nur schwer in Bewegung. Sie sind träge, wenn man ihnen nicht kräftigt auf die Sprünge hilft. Andere Dinge sind so leicht wie eine Feder, dass sie sich im Wind von alleine bewegen können.

Nicht alle Bewegungen sind immer gleich. Wellen sind nicht immer gleich groß oder schnell. Sie kommen immer anders am Strand an, aber sie sehen dennoch sehr gleichmäßig aus und wirken sehr dynamisch. Solche Beobachtungen in einem Film zu berücksichtigen, macht eine Animation richtig lebendig.

Als Beispiel dient noch einmal der Ball. Schau dir die Verformung am Ausgangs- und am Endpunkt genau an.

Verformungen, Dynamik und Trägheit der Masse - Beispiel

Verformungen, Dynamik und Trägheit der Masse - Steps

Online Tipp:
Mediamanual.at: Bewegungsform / Verformung

Damit dein Film auch für andere richtig spannend wird, solltest du dir einige Gedanken zum Inhalt deines Films machen. Es muss also eine Geschichte her.

Weitere Kapitel unter: Ausgetrixt - Die Trickfilmschule

Autor: Berndt Güntzel-Lingner || Junge Filmszene im BJF


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