Schöne neue Medienwelten

Medienpädagogisches Forum

  

Beispiele - Workshops - Technik

Digital Storytelling mit Jugendlichen

Bildlauf Jugend

Digitale Geschichten sind ein Medium, mit denen Jugendliche in einer ihnen zeitgemäß entgegenkommenden Form ihre Gedankenwelt, ihre Visionen und ihre Erfahrungen zum Ausdruck bringen können. Der Computer ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Er gehört von Anfang an zur Lebenswelt der Jugendlichen, die damit im Internet surfen, “emailen” und sich mit Filmen und Videospielen die Zeit vertreiben.

Beim Digitalen Geschichtenerzählen benutzen Jugendliche den Computer, um selbst kreativ zu werden. Es ist höchst interessant und macht enorm Spaß – die besten Voraussetzungen, um Schlüsselfähigkeiten zu fördern, die im ganzen Leben und besonders im Berufsleben benötigt werden.

Zu den Schlüsselqualifikationen, die mit Digital Storytelling vertieft werden können, gehören:

  • Ausdrucksfähigkeit, Kreativität
  • Ich-Stärke
  • Soziale Fähigkeiten: Teamfähigkeit, Zuhören können, Einfühlungsvermögen
  • Problemlösungsfähigkeit
  • vor die Öffentlichkeit treten, sich outen, Präsentationsfähigkeiten

Künstlerische Fähigkeiten und Kenntnisse, die beim Digital Storytelling gefördert werden:

  • Sprachgestaltung/Schreiben
  • Vorlesen/Erzählen mit Ausdruck
  • Visuelle Gestaltung
  • Fotografie, Bildbearbeitung
  • Videoschnitt

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Story eines 12 Jährigen entstanden in einem 4 1/2 tägigen Workshop

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Zwei Jugendliche erzählen gemeinsam zum Thema “Frieden”, entstanden in 2 1/2 Tagen auf einem Festival

Digital Storytelling Workshops sind intensive Gruppenerlebnisse. Die Teilnehmer lernen, sich zu öffnen, sich gegenseitig aufmerksam zuzuhören, Feedback zu geben und einander zu helfen. Mobidig bietet Kurse für Jugendliche in Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendeinrichtungen und Kunstwerkstätten an.

Digital Storytelling als generationenverbindendes Projekt

Bildlauf Generationen

Resignierte Sätze wie “Ja die Jugend von heute…” und “Früher war alles besser…” hört man oft von älteren Menschen. Die Jungen fühlen sich unverstanden und bezeichnen die Großeltern als “hinter’m Mond”. Digital Storytelling bietet einen neuen Weg der Begegnung zwischen Jung und Alt.

  • In den Workshops kommen die Jugendlichen mit ihren Großeltern (auch Patchwork-Omas oder Großonkel…) ins Gespräch. In den Erzählrunden lernen die Teilnehmer sich gegenseitig “mit dem Herzen” zuzuhören.
  • Durch das Erarbeiten der Geschichten lernen sie sich selbst und die andere Generation besser zu verstehen.
  • Gemeinsames Tun erzeugt eine Nähe und ein Vertrauen, das allein durch Gespräche nie erreicht werden kann.
  • Die Jugendlichen können den Älteren mit der Computertechnik helfen und erfahren dafür Lebensgeschichten, Historie und andere Perspektiven, die ihnen ihre Wurzeln zeigen. Beide Seiten können ihre Stärken einbringen. So entsteht eine ganz neue, vertiefte Wertschätzung füreinander.
  • Gemeinsame Geschichten von Großeltern und Enkeln können auch neue Bewegung in ganze Familiensysteme bringen.
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Mögliche Arbeitsformen:

  • Workshops für Jugendliche und für ältere Menschen getrennt. Danach gemeinsames Anschauen der Geschichten und Gesprächsrunden.
  • Gemeinsame Workshops für Jugendliche und ältere Menschen.
  • Workshops speziell für Großeltern und Enkelkinder. Eventuell direkt in deren Zu Hause.
  • Offene Story-Abende oder kleine Festivals, an denen gesammelte Geschichten einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt werden, mit anschließendem Gesprächskaffee.
  • Internet-Plattform mit Forum

Digitale Geschichten mit Erwachsenen

bildlauf_erwachsene_gross

In alten Zeiten wurden Wissen, Erfahrung und Erkenntnisse einer Gesellschaft in Form von Geschichten weitergegeben. Heute erfolgt diese Vermittlung weitgehend abstrakt und über den Kopf. Digitale Geschichten knüpfen mit modernen Mitteln an die alte Tradition an, sie wirken über die Herzebene. Das ist ihre ganz besondere Kraft, sowohl für den Autor, als auch für den Zuschauer. Sie berühren uns, schaffen das Gefühl von Verbindung und Gemeinschaft; ein Gefühl, das in unserer hoch individualisierten Welt weit in den Hintergrund gerückt ist.

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Geschichte einer Erwachsenen

Was kann das Produzieren einer Digitalen Geschichte dem Autor bringen?

  • Die gerade jetzt wichtige Geschichte zu entdecken und ein Stück weiter zu entwickeln oder zu verarbeiten;
  • die eigene Kreativität neu zu entdecken oder sprudeln zu lassen;
  • die Freude, eine eigene Erfahrung oder Erkenntnis an andere weitergeben zu können;
  • Erinnerungen lebendig zu halten, Vergangenheit zu beleuchten und ein wenig mehr zu verstehen oder sogar etwas zu heilen;
  • ein unvergessliches Ereignis für andere emotional miterlebbar zu machen;
  • einem lieben Menschen ein ganz persönliches Geschenk zu machen, eine Liebeserklärung an Tochter, Großvater, Freundin, Ehemann;
  • eine Vision für die Zukunft zu entwerfen;
  • etwas, was den Erzählenden ganz persönlich ausmacht und auszeichnet, zu entdecken und anderen mitteilen zu können;
  • die Gemeinschaft und Unterstützung einer Gruppe zu erfahren; mit dem Herzen zuhören zu lernen;
  • neue Techniken zu lernen; die Freude am Lernen (wieder) zu entdecken;
  • Spaß, Lust und Humor zu erleben.

Ablauf der Workshops

Bildlauf Ablauf

Die Dauer eines Workshops ist variabel zwischen 3 und 5 Tagen. Von der Dauer des Workshops und der Vorerfahrung der Teilnehmer ist die mögliche Länge, die Detail-Ausarbeitung und die inhaltliche Tiefe der produzierten Geschichten abhängig.

Ein 4 1/2-tägiger Workshop kann etwa folgenden Ablauf haben:

Eine Woche vor dem eigentlichen Kurs treffen sich die Teilnehmer für 3-4 Stunden und steigen in gemütlicher Runde ins Erzählen ein. Wenn der Platz es zulässt, kann sogar ein Lagerfeuer gemacht werden, sonst helfen Kerzen, in den magischen Raum der Geschichten einzutauchen. Es werden Ideen gesponnen und rote Fäden für die Stories entwickelt. Gemeinsam werden auch unterschiedliche Beispiele fertiger Digitaler Geschichten angeschaut.

In den darauffolgenden Tagen hat nun jeder zu Hause Zeit, an seinen Fäden weiter zu spinnen und Bilder und Musik zu sammeln.

Auch zu Beginn der vier Produktionstage steht ein Erzählkreis. Danach geht’s ans Schreiben.

Bis zum Ende des ersten Tages sind die meisten Scripte fertiggestellt.

Am zweiten Tag kann die Tonaufnahme gemacht und das Storyboard entwickelt werden.

Die Zeit vom Nachmittag des zweiten bis zum Ende des vierten Tages ist der eigentlichen Produktion gewidmet: Die Bilder werden gescannt oder fotografiert und im Computer bearbeitet. Die Tonspur wird geschnitten und die Bilder darüber eingebaut. Nun kommt möglicherweise noch Musik dazu und natürlich Titel und Abspann.
Zwischendrin gibt es immer wieder Einführungen in die notwendigen Computerprogramme.

Zuletzt wird der fertige Film ins DVD-Programm exportiert und gebrannt.

Und zum krönenden Abschluss, meist am Abend darauf: Die Showtime! Gemeinsam mit geladenen Gästen werden die fertigen Werke genossen.

Technik

  • Computer mit Bildbearbeitungs- und Videoschnitt-Programm (Von mir favorisiert: Mac mit Final Cut Express und Photoshop Elements; einfache kostenlose Schnittprogramme z. B. iMovie am Mac oder Moviemaker am Windows-PC sind auch geeignet, aber haben deutliche Begrenzungen.)
  • Scanner
  • Drucker
  • Digitalkamera (Die TeilnehmerInnen bringen meist auch eigene Kameras mit, ich stelle eine digitale Spiegelreflexkamera zur Verfügung)
  • Tonaufnahmegerät digital (auch Direktaufnahme in den Computer ist möglich, bei Mac über Garageband)

Mobidig ist eine mobile Werkstatt, d. h. ich komme dorthin, wo Teilnehmer sind und bringe die Ausrüstung mit.

Autorin: Sonja Wessel || Mobidig - Mobile Werkstatt für Digitales Geschichtenerzählen


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