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Medienpädagogisches Forum

  

„Scanman“ und „Das digitale Forscherlabor“

Inszenierte Fotoprojekte als Impuls für Gestaltung und Interaktion

impulsIm Folgenden werde ich die Fotoprojekte „Scanman“ und „Das digitale Forscherlabor“ in Struktur und Aufbau beschreiben. Ausschlaggebend für beide Aktionen ist das Thema, welches unter bestimmten Maßgaben die Auswahl der Medien und den Inhalt der Produktionsphase bestimmt.

Für beide Angebote ist ein gestalteter „Experimentierraum“ von zentraler Bedeutung, da besonders die offenen Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit einen hohen Aufforderungscharakter benötigen. Solch eine Umgebung muss von Beginn an die TeilnehmerInnen für das Thema sensibilisieren sowie die Teamarbeit und das Zusammentreffen von Alters- und Geschlechtergruppen (aber auch von entsprechend gemischten Gruppen) fördern. Die Kinder sollen sich in dieser Umgebung wohl fühlen, damit die Technik zu einem verbindenden Medium in einem vielschichtigen Interaktionsraum wird. Solch ein „Experimentierraum” bietet ein Setting von kreativitäts- und kommunikationsfördernden Momenten an, in dem der Pädagoge den zeitlichen Rahmen des Angebots setzt und das passende Material zum Thema bereitstellt. Der reduzierte Einsatz von Technik soll eine Konzentration auf das Thema ermöglichen.

Zielsetzung von jedem dieser Angebote ist die Erstellung eines Produktes, sei es z. B. eine Collage oder eine Ausstellung. Entscheidend ist die Präsentation der Fotoprodukte. Sie unterstützt bei den TeilnehmerInnen das Gefühl der aktiven Beteiligung. Der „Experimentierraum“ ist außerdem Plattform für den Austausch von Erlebnissen, Eindrücken und Meinungen.

Inszenierte Fotoprojekte: Der Experimentierraum

experimentierraumEine Tafel mit der Aufschrift „Scanman“ und „Das digitale Forscherlabor“ macht dieses Angebot nach außen weithin sichtbar. Farbflaschen an einer Schnur, Pinsel und Malerfolien auf den Tischen sollen den Charakter einer Malerwerkstatt unterstreichen. Auf einem Tisch ist ein Scanner sichtbar platziert, auf einem anderen der Drucker an einen Computer angeschlossen. Die dritte Station in dieser Malerwerkstatt wird durch eine Webcam als Fotostudio gekennzeichnet. In der Mitte befindet sich, gut sichtbar, das Netzwerk, um alle Rechner miteinander zu vernetzen und von jedem Rechner aus drucken zu können. An weiteren Tischen liegen Arbeitsmaterialien wie Stifte, Papier, Scheren und Klebeband bereit.

Im Mittelpunkt des “Digitalen Forscherlabors” steht ein großes Forscherzelt, ausgestattet mit allen Materialien für eine „digitale“ Exkursion zu den angrenzenden Wiesen. Silberfolien am Eingang und an den Wänden des Zeltes verleihen dem digitalen Forscherlabor ein „spaciges“ Aussehen. Am Zelteingang weist eine Tafel mit der Aufschrift „Das digitale Forscherlabor“ auf das Angebot hin. Auf zwei langen Tischen werden, jeweils gegenüber stehend, zwei Computereinheiten aufgebaut und miteinander vernetzt. An einem zusätzlichen Tisch ist ein Drucker aufgebaut, der von allen Rechnern aus zu bedienen ist. Mittelpunkt des Forscherinstrumentariums stellen zwei digitale Mikroskope dar, die beim Betreten des Labors den jungen BesucherInnen sofort ins Auge fallen.

Naturdekorationen aus Sonnenblumen und Blattranken reichern den Charakter dieser Umgebung an. Die Workshopleiter erscheinen bei beiden Angeboten in thematisch passender Arbeitskleidung. Als digitale Malermeister treten sie in einem weißen Maleroutfit mit bunten Pinselstrichen auf. Als Forscher bewegen sie sich in grüner „Uniform“ im Labor.

Vom Angebotstext bis zum Produkt

Scanman und das digitale Forscherlabor - Zeigt her eure Hände und Füße! Deine Hand oder dein Fuß auf den Scanner und ab damit in den Computer. Wer Lust hat kann als Malermeister am Computer noch ein paar digitale Farbkleckse auf sein Hand- und Fußbild geben. Mit einer kleinen Webcam können auch Augen und Ohren fotografiert werden. Alle eure Bilder werden zu einer neuen Figur zusammengesetzt. Im digitalen Forscherlabor könnt ihr alles was ihr auf den Wiesen findet ganz genau unter die Lupe nehmen und mit einem digitalen Mikroskop fotografieren und filmen. Im Forscherlabor werden die Ergebnisse dann ausgestellt und anderen Forschern präsentiert.

angebotstextIn den Fotografien der Angebote „Scanman“ und „Das digitale Forscherlabor“ sollten unspektakuläre und alltägliche Dinge mit reduziertem Medieneinsatz variations- und sinnenreich verbunden werden. Es geht nicht um die Herstellung irgendeines Objektes oder um das Einüben eines Computerprogramms sondern um das Entdecken, die Manipulation und die Interpretation. Dafür müssen sich die Kinder auf eine Aufgabe einlassen, bei der sie sich mit Interesse und hoher Aufmerksamkeit ihrem persönlichen Umfeld widmen.

Sie begegnen solchen Angeboten mit Spontaneität und Entdeckungslust und sind dabei aufgefordert, ohne Zwang und Gestaltungskriterien selbst zu experimentieren, Bekanntes in neue Formen zu verwandeln und in ungewöhnlicher Weise zu präsentieren. Beide Produktionsphasen sind von unmittelbaren Wahrnehmungserlebnissen geprägt. Das angefertigte Produkt bietet in beiden Fällen auch für außen stehende Betrachter ein Erlebnis. Durch die ungewöhnlichen Sinneseindrücke aus anderen Perspektiven, z. B. den Blick durch das Mikroskop, wird bei den beteiligten Kindern aktiv Wahrnehmung gefördert. Die hervorgerufenen Veränderungen durch Manipulation und Verwandlung haben einen ästhetischen Charakter und regen beim Betrachter Phantasie und neue Deutungsmuster an. Die witzigen Endprodukte der Fotografien sind für die Kinder ein zentrales Erlebnismoment dieser Inszenierungen.

Autorin: Sabine Kretschmer || Sächsischer Kita-Bildungsserver || Medienkulturzentrum Dresden e.V.


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