Schöne neue Medienwelten

Medienpädagogisches Forum

  

Perspektiven für die Bildung?

Web 3D, RL 2.0, Lernen VR … oder was?

Wie bereits angedeutet, wird virtuellen Welten ein großes Potenzial bei der Weiterentwicklung des Internet vorausgesagt. Die soziale Interaktion in virtuellen Räumen wird sich in unserem Lebensalltag etablieren, so wie auch die Internetkommunikation heute nicht mehr wegzudenken ist.

SL beinhaltet einige der wesentlichen Funktionen der populären Web 2.0-Technologien: von den Nutzer/innen erzeugte Inhalte, offene Schnittstellen zu Internetdatenbanken und deren Verknüpfung, die Darstellung der eigenen Person und die aktive Teilnahme an sozialen Gemeinschaften.

Aber auch als Informationsmedium könnten Onlinewelten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Wenn demnächst die Möglichkeit dazukommt, sämtliche Informationen im Netz in den Onlinewelten abbilden zu können, und daran arbeitet Linden Lab gerade, könnte aus dem Web 2.0 schon bald das „Web 3D“ werden. Internetvisionäre prophezeien, dass das komplette WWW in den dreidimensionalen Welten aufgehen wird. Statt Webseiten aufzurufen, besucht der Avatar die dreidimensionalen Präsenzen der Anbieter und er ist dabei nicht mehr allein, sondern kann sich direkt mit Menschen austauschen, die zur selben Zeit dort anwesend sind.

Ob das letztendlich in SL oder in einer der anderen 3D­Welten sein wird, ist noch nicht entschieden; vielleicht werden auch eine Vielzahl dieser Welten nebeneinander existieren können. Linden Lab und IBM jedenfalls haben bereits bekannt gegeben, dass sie an einem „universellen“ Avatar arbeiten, der auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen kann und die ersten praktischen Erfahrungen sind mit dieser Technik im Jahr 2008 bereits gemacht worden.

Onlinewelten werden zukünftig aber auch in Anwendungen der „Augmented Reality“ (Erweiterte Realität) eine Rolle spielen. Bei der „Augmented Reality“ werden mittels Displays, die im Sichtfeld eines Benutzers liegen, zusätzliche Informationen eingeblendet. In Kombination mit Trackingsystemen, die die Kopfhaltung und Blickrichtung messen, können so nur für den Benutzer sichtbare Objekte im realen Raum abgebildet werden. Anwendbar wäre dies zum Beispiel in Konferenzen, bei denen sich reale Personen mit den Avataren räumlich entfernter Personen treffen. In England wird bereits an dieser neuen Form von Telekonferenzen gearbeitet.

www.aiai.ed.ac.uk/project/i-room

Es ist davon auszugehen, dass im Bildungsbereich der Begriff der „Immersive Education“ an Bedeutung gewinnen wird. Dabei sollen die besonderen Lernpotenziale, die sich in medialen Umgebungen mit hoher Erlebnisdichte, z. B. in Computerspielen, bieten, ausgenutzt werden. Gesetzt wird dabei auf einen weitreichenden Medienmix und SL wird in diesem Kontext vermehrt als Online-Plattform gesehen, auf der dies stattfinden könnte.

Gerade im Kontext des Distance-Learnings und des selbst gesteuerten Lernens haben Onlinewelten die besten Chancen, bisherige Technologien abzulösen. Ob dabei neue, standardisierte Plattformen entstehen und in welchen Feldern „immersive Learning“ zum Einsatz kommen wird, ist ungewiss. Ziemlich sicher aber können wir sein, dass Metaversen wie SL sich schon bald zum ganz normalen Werkzeug auch in vielen Arbeitsfeldern von Bildung, Erziehung und Jugendarbeit entwickeln werden.

Autoren: Dieter Glaap || Akademie Remscheid - - - Michael Lange || Metaversa e.V.


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